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    Interview

    Experteninterview mit Dr. med. Katja Mühlberg

    Ein Gepräch mit der wissenschaftlichen Leiterin des Aktionsbündnisses Thrombose
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    Dr. Mühlberg
    Wissenschaftliche Leiterin des Aktionsbündnisses Thrombose
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    Frau Dr. Mühlberg, Sie sind seit Kurzem wissenschaftliche Leiterin des Aktionsbündnisses Thrombose. Was hat Sie persönlich an diesem Thema besonders bewegt?

    Thrombosen sind in meinem beruflichen Alltag sehr präsent – und jede Patientengeschichte ist anders. Besonders bewegt mich die Suche nach der Ursache, denn sie ist entscheidend für die richtige Therapie. Diese ist immer individuell und beeinflusst das Leben der Betroffenen ganz konkret. Gerade deshalb ist es mir wichtig, therapeutische Maßnahmen mit Sorgfalt, aber auch mit Blick auf persönliche Lebensumstände und Wünsche zu treffen.

    Warum ist das Thema Thrombose aus Ihrer Sicht auch im Jahr 2025 noch so relevant?

    Weil sich an den medizinischen Grundlagen nichts geändert hat. Die Mechanismen, die zur Thrombose führen, wurden schon im 19. Jahrhundert von Rudolf Virchow beschrieben – und sie gelten heute noch. Nur die Umstände haben sich verändert: Wir sitzen mehr, bewegen uns weniger, und gleichzeitig gibt es immer mehr Risikokonstellationen, die man kennen sollte –
    damit man gezielt vorbeugen kann.

    Was genau ist eine Thrombose – und wodurch entsteht sie?

    Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß verstopft – meist in den tiefen Beinvenen. Wenn sich das Gerinnsel löst, kann es mit dem Blutstrom in die Lunge wandern und dort eine Lungenembolie auslösen, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Für die Entstehung einer Thrombose müssen meist drei Dinge zusammenkommen: eine veränderte Zusammensetzung des Blutes, eine verlangsamte Strömung – etwa durch Bewegungsmangel – und eine Schädigung der Gefäßwand. Diese sogenannte Virchow-Trias ist nach wie vor grundlegend.

    Welche Menschen sind besonders gefährdet?

    Zwei Gruppen sind mir besonders wichtig: Krebspatienten und junge Frauen. Bei bestimmten Tumorerkrankungen – etwa bei Blutkrebs oder bei metastasierten Karzinomen – besteht ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko. Auch bestimmte Therapien können das Risiko verstärken. Und bei jungen Frauen ist es oft die Kombination aus hormoneller Verhütung und weiteren Faktoren wie Rauchen oder genetischer Veranlagung, die das Risiko steigen lässt. Vielen ist nicht bewusst, dass es große Unterschiede zwischen einzelnen Pillenpräparaten gibt – und dass man mit der richtigen Auswahl viel erreichen kann.

    Woran erkennt man eine Thrombose – und wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?

    Typische Anzeichen sind eine plötzliche, einseitige Schwellung am Bein, Schmerzen, Spannungsgefühle oder eine bläuliche Verfärbung der Haut. Oberflächliche Thrombosen zeigen sich oft als schmerzhafter, geröteter Strang. Bei einer Lungenembolie sind Luftnot, Husten – manchmal mit Blutbeimengung – oder plötzliche Bewusstloskeit wichtige Warnzeichen. In allen Fällen gilt: Nicht zögern, sondern sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme gehen.

    Warum wird eine Thrombose Ihrer Erfahrung nach so häufig übersehen oder zu spät erkannt?

    Weil viele denken: „Das betrifft doch nur Ältere.“ Das ist ein gefährlicher Irrtum. Thrombosen können Menschen jeden Alters treffen. Bei jungen Leuten werden Symptome oft fehlinterpretiert – etwa als Muskelfaserriss oder Infekt. Hinzu kommt: Viele unterschätzen die Schwere einer Thrombose. Dass daraus eine potenziell tödliche Lungenembolie entstehen kann, ist vielen nicht bewusst.

    Was kann man im Alltag tun, um das Risiko zu senken?

    Tatsächlich eine ganze Menge. Bewegung ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen – sie bringt den Kreislauf in Schwung und sorgt für gesunden Blutfluss. Dazu gehört auch, ausreichend zu trinken, auf Nikotin zu verzichten und auf das eigene Körpergewicht zu achten. Und: Wer seine familiäre Vorgeschichte kennt, kann Risiken frühzeitig erkennen. Es hilft schon, wenn junge Frauen vor der Verhütung einmal in der Familie nach Thrombosefällen fragen – und das mitihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen besprechen.

    Welche Rolle spielt der Lebensstil insgesamt?

    Eine sehr große. Eine ausgewogene Ernährung, wenig Zucker und Kohlenhydrate, regelmäßige Bewegung – das wirkt sich nicht nur positiv auf das Gewicht aus, sondern auch auf Entzündungsprozesse im Körper. Bewegung wirkt übrigens auch vorbeugend gegen Depressionen, Demenz und sogar bestimmte Tumorerkrankungen. Man muss dafür nicht ins Fitnessstudio: Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto, tanzen statt sitzen – es gibt viele einfache Möglichkeiten, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen.

    Wie stehen Sie zu Tests bei familiärer Vorbelastung oder bei hormoneller Verhütung?

    Genetische Tests können sinnvoll sein – etwa bei wiederholten Fehlgeburten, ungewöhnlichen Thrombosen oder starken familiären Vorbelastungen. Aber sie sollten gezielt eingesetzt werden. Manchmal führt das Wissen um eine genetische Veranlagung zu übertriebener Angst oder zu Einschränkungen, die nichtnötig wären. Entscheidend ist immer die individuelle Beratung – und das Wissen, dass nicht jede genetische Veränderung automatisch gefährlich ist.

    Was möchten Sie mit dem Aktionsbündnis und dem Welt-Thrombose-Tag bewirken?

    Wir wollen aufklären – aber ohne Angst zu machen. Je mehr Menschen über Thrombose Bescheid wissen, desto besser können sie Symptome einordnen und rechtzeitig handeln. Gleichzeitig zeigen wir auch: Man kann mit und nach einer Thrombose gut leben – und schlimme Verläufe lassen sich verhindern, wenn man rechtzeitig handelt.

    Und welche Botschaft möchten Sie besonders jungen Menschen mitgeben?

    Thrombose ist keine Altersfrage. Gerade junge Frauen, die verhüten wollen, sollten sich informieren: Welche Pille nehme ich? Gab es in meiner Familie schon Thrombosefälle? Diese Fragen helfen enorm weiter. Und keine Sorge – es gibt viele sichere Verhütungsmethoden, für jede Lebenslage die passende.

    Haben Sie ein persönliches Motto, das Sie in Ihrer Arbeit begleitet?

    Ja: Aufklären – ohne Angst zu machen. Ich bin überzeugt, dass Menschen, die Warnzeichen kennen, die besten Entscheidungen für sich treffen können. Genau dabei wollen wir helfen.


    Dr. Mühlberg

    Zu Frau Dr. med. Mühlberg

    Geschäftsführende Oberärztin, Universitätsklinikum Leipzig

    Wissenschaftliche Leiterin des Aktionsbündnisses Thrombose

    Nach dem Medizinstudium in Leipzig forschte sie zunächst im Bereich der biochemischen Pharmakologie, bevor sie ihre klinische Laufbahn in der Kardiologie und Angiologie begann. Als Internistin und Angiologin leitet sie heute den konservativen Bereich der Angiologie am Universitätsklinikum Leipzig, ist zudem Lehrbeauftragte für Angiologie sowie Gastwissenschaftlerin am Helmholtz-Institut für Metabolische Erkrankungen (HIMAG).

    Als Expertin für arterielle, venöse und lymphatische Gefäßerkrankungen liegt ihr besonderes Augenmerk auf der Thromboseprävention, der differenzierten Diagnostik und individualisierten Therapie. Sie engagiert sich seit vielen Jahren in der Lehre, in Fachgesellschaften und als Referentin auf auf nationalen und internationalen Kongressen. Im Frühjahr 2025 übernahm Dr. Mühlberg die wissenschaftliche Leitung des Aktionsbündnis Thrombose. Ihre Schwerpunkte: moderne Patientenkommunikation, fundierte Prävention, mehr Sichtbarkeit für frauenspezifische Thromboserisiken – und eine stärkere Präsenz des Bündnisses im digitalen Raum.

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