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Oberflächliche Venenentzündung/Thrombophlebitis

Ratschläge für Patienten

Synonyme: Phlebitis, Thrombophlebitis superficialis, Varikophlebitis

Definition

Gerinnselbildung in einer oberflächlichen Vene, die mit einer lokalen Entzündung einhergehend. Die oberflächliche Thrombophlebitis ist streng abzugrenzen von der Phlebothrombose, also einer Thrombose des tiefen Venensystems. In der Regel entsteht eine oberflächliche Venenentzündung auf dem Boden eines Krampfaderleidens. Wir sprechen dann von einer Varikophlebitis.

Ursachen

Verlangsamter Blutabfluß bei Krampfadern und Bettlägerigkeit, Verletzung der Venenwand, erhöhte Gerinnungsbereitschaft im Wochenbett und nach Operationen. Auch entzündliche Grunderkrankungen und Tumorleiden können die Ursache einer oberflächlichen Venenentzündung sein.

Krankheitszeichen

Typische Entzündungszeichen (Rötung der betroffenen Vene, Erwärmung, Schwellung, oft erhebliche Schmerzen). Die entzündete Vene ist meist als druckschmerzhafter geröteter Strang tastbar. Eine der häufigsten Ursache ist ein intravenöser Verweilkatheter. Ein frühzeitiger Wechsel schafft schnelle Abhilfe.

Welche Komplikationen können entstehen?

In ca. 30 % kann aus einer oberflächlichen Venenentzündung eine tiefe Venenthrombose entstehen. Gefürchtet sind auch aufsteigende Venenentzündungen. Die oberflächliche Venenentzündung kann dann in das tiefe Leitvenensystem übergreifen. Dies ist bei gut einem Drittel der Patienten der Fall. Es besteht immer die Gefahr einer Gerinnselbildung im tiefen Venensystem. So können dann auch Lungenembolien auftreten. Wenn Fieber und/oder Schüttelfrost auftritt muss an eine septische ("Blutvergiftung") oberflächliche Venenentzündung gedacht werden. Eine stationäre Behandlung ist dann meist unabdingbar.

Prophylaxe und Therapie

Vorbeugung/Prophylaxe

  • Nach Operationen und Geburten frühzeitiges Aufstehen mit gewickelten Beinen bzw. Antithrombosestrumpf.
  • Bettlägerige Patienten sollten mehrmals täglich Bewegungsübungen machen.

Therapie

  • Die Therapie besteht in erster Linie aus Lokalmaßnahmen.
  • Basistherapie ist ein Kompressionsverband mit einer Mittelzugbinde. Lokale physikalische Maßnahmen (Kälte, Alkoholwickel) und die Anwendung von kühlenden heparinhaltigen Cremes und Gels sind üblich. Einige erfahrene Kliniker schwören auf Quarkwickel (obgleich es dazu keine guten wissenschaftlichen Untersuchungen gibt).
  • Entzündungshemmende, schmerzstillende Medikamente in Tablettenform vermindern schnell die Schmerzen und normalisieren die gestörte Beweglichkeit.
  • In der Regel kein Antibiotikum,
  • keine Bettruhe,
  • gegebenfalls gerinnungshemmende Medikamente. Bei ausgedehntem Befund sollte zur Verhinderung eines Fortschreitens der oberflächlichen Venenentzündung ein niedermolekulares Heparin zur Gerinnungshemmung gespritzt werden.
  • Schmerzhafte Gerinnsel in den oberflächlichen Venen können in einem frühen Stadium mittels Stichinzisionen (meist ohne Narkose) durch Ausmassieren entfernt werden. Die Venenentzündung heilt dadurch rascher ab. Zuvor wird der Gefäßspezialist aber immer eine Ultraschalluntersuchung durchführen.
  • Die "Nachbehandlung" besteht bei wiederholt auftretenden Venenentzündungen vielfach in einer operativen Sanierung eines bestehenden Krampfaderleidens. Bei einer Beteiligung des tiefen Venensystems ist eine ca. dreimonatige Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten erforderlich.

Spezielle Ratschläge für Patienten

Die normal verlaufende oberflächliche Venenentzündungen ist für den Patienten eine unangenehme, schmerzhafte, aber insgesamt harmlose Erkrankung. Dennoch: Unterschätzen Sie die oberflächliche Venenentzündung nicht! Sie sollten sich immer beim Arzt vorstellen.

Eine adäquate Kompressionsbehandlung zusammen mit kühlenden Umschlägen und gegebenenfalls antientzündliche Medikamente bringen die Symptome zum abklingen.