Deutsche Gefäßliga e.V. | Postfach 40 38 | 69254 Malsch b. Heidelberg
Tel. 07253/26228 | Fax 07253/278160 | E-Mail: info@deutsche-gefaessliga.de ![]()
Unter Vaskulitiden versteht man eine Gruppe von Erkrankungen, deren gemeinsames Merkmal entzündliche Reaktionen sind, die von der Wand der Blutgefäße ausgehen. Teilweise haben die Vaskulitiden eine schlechte Prognose mit lebensgefährlichem Verlauf.

Abbildung: Vaskulitis bei rheumatoider Arthritis mit großen schmerzhaften Ulzerationen am Unterschenkel.
Man unterscheidet primäre Vaskulitiden, welche eigenständige Erkrankungen des vaskulitischen Formenkreises darstellen und sekundäre Vaskulitiden, die durch Medikamente, Infektionen oder andere Krankheiten ausgelöst werden.
Die häufigste generalisierte Gefäßentzündung ist die sogenannte Arteriitis temporalis, an der pro Jahr in Deutschland ca. 1.000 bis 20.000 Menschen neu erkranken. Man rechnet mit ca. 1.000 Neuerkrankungen pro Jahr an sekundären Vaskulitiden.
Die genauen Ursachen der Vaskulitiden sind nicht bekannt. Sicherlich
sind Autoantikörper, also Antikörper,
welche gegen Strukturen des eigenen
Körpers gerichtet sind, für einen Teil
der Vaskulitiden verantwortlich.
Für andere Vaskulitiden sind sogenannte
Immunkomplexe die Ursache für die
schwere generalisierte Gefäßerkrankung. Es handelt sich um Immunkomplexe von Erregern oder auch
Medikamenten, welche von Antikörpern gebunden werden und sich
dann als Komplex in den Gefäßwänden ablagern. So kann das Hepatitis B-Virus und auch das Hepatitis C-Virus besondere Gefäßentzündungen
erzeugen(sogenannte Kryoglobulininduzierte
Vaskulitis). Einige Vaskulitiden befallen eher die größeren Gefäße, andere
die kleineren Gefäße. Als Folge von
Gefäßentzündungen können auch
Aussackungen (sogenannte Aneurysmen) entstehen.
Allgemeinsymptome
sind v. a. Fieber, nächtliche Schweißausbrüche, Gewichtsabnahme, Gelenkschmerzen, Krankheitsgefühl mit Leistungsknick. In späteren Krankheitsstadien kommen zusätzlich Organsymptome hinzu:
Auge:
Entzündung der Lederhaut (Episkleritis),Augenrötung, Sehstörung durch Befall der Gefäße der Netzhaut.
Haut:
Fleckige Hautrötung (Purpura), Hautrötung, unter Umständen Geschwüre.
Nervensystem:
Kopfschmerzen, Nervenentzündungen.
Lunge:
Bluthusten durch Entzündung des Lungengewebes.
HNO-Trakt:
Schleimhautentzündungen (Aphten), Nasenbluten, Entzündungen der Nasennebenhöhlen, Hörsturz, Drehschwindel.
Niere:
Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis). Als Folge kommt es zum Auftreten von Blut und Eiweiß im Urin. Häufig resultiert daraus Bluthochdruck und ein Funk- tionsverlust der Niere.
Herz:
Schmerzen hinter dem Brustbein und eventuell Herzversagen. Immer wieder Herzbeutelentzündungen (Perimyokarditis) oder Entzündungen der Herzkranzgefäße mit Angina pectoris; Herzinfarkt.
Die Therapie der Vaskulitiden hängt
vom Ausmaß der Organbeteiligung
und von der Aktivität der Erkrankung
ab. Eine zentrale Rolle spielen immer
wieder Cortison und andere immunsuppressive Medikamente.
Cortisonpräparate wirken sehr schnell
und werden häufig als Begleittherapie
zu Immunsuppressiva eingesetzt. Ein
stark wirksames Immunsuppressivum
ist Cyclophosphamid.
Prognose:
Die Prognose der Vaskulitiden variiert erheblich. Einige Vaskulitiden gehören zu den schwersten und gefährlichsten rheumatisch-immunologischen Erkrankungen mit schlechter Prognose.
Deutsche Gefäßliga e.V. | Postfach 40 38 | 69254 Malsch b. Heidelberg
Tel. 07253/26228 | Fax 07253/278160 | E-Mail: info@deutsche-gefaessliga.de ![]()