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Schlaganfall

Bild Ausschnitt Modell HS10 (urheberrechtlich geschützt) mit freundlicher Genehmigung von Marcus Sommer Somso Modelle www.somso.de

Beim Schlaganfall kommt es zu einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns

Unser Gehirn ist ein Meisterwerk der Natur

Es ist Sitz unseres Bewußtseins, es ermöglicht uns zu sprechen, uns zu bewegen, es steuert wichtigste Körperfunktionen. Egal, ob wir wach sind oder schlafen und träumen - seine Milliarden Nervenzellen sind immer in Betrieb, zu jeder Zeit, rund um die Uhr.

Diese Leistung hat einen Preis: Nervenzellen brauchen viel Energie. Sie müssen immer gut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt sein, einen Mangel vertragen sie nur sehr kurze Zeit. Sauerstoff und Nährstoffe stehen normalerweise immer ausreichend zur Verfügung. Es sei denn, es kommt zu einer Unterbrechung der Blutzufuhr. Und genau dies geschieht beim Schlaganfall.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
Die zwei Hauptformen des Schlaganfalls: Gefäßverschluss und Blutung.

  • Einmal kann ein zum Gehirn führendes Blutgefäß plötzlich verstopfen. Dies ist bei weitem der häufigste Fall.
  • Zum anderen kann ein Blutgefäß auch einreißen oder platzen - es kommt zu einer Blutung in das Hirngewebe.

Die Folgen sind gleich:

Die Nervenzellen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und gehen zugrunde, wenn die Durchblutungsstörung länger anhält. Die Auswirkungen hängen einmal davon ab, wie viele Nervenzellen betroffen sind. Wurde ein großes Blutgefäß verschlossen, werden die Folgen schwerer sein als beim Verschluß eines kleinen Gefäßes. Zum anderen sind die Nervenzellen auf bestimmte Aufgaben spezialisiert.

Ausfälle machen sich entsprechend bemerkbar:

  • Lähmungen
  • Taubheitsgefühl
  • Sprechstörungen
  • Sehstörungen

Für das Verstopfen eines Blutgefäßes ist ein Blutgerinnsel verantwortlich. Es bildet sich entweder im Blutgefäß selbst oder es entsteht an anderer Stelle und wird mit dem Blutstrom bis zu einem Blutgefäß verschleppt, durch das es nicht mehr hindurch paßt und das es dann verschließt. In der medizinischen Fachsprache wird dies als "Embolie" bezeichnet.

Computertomografie Gehirn Gehirn mit Blutung

Abbildung links:

Computertomografie Gehirn mit Blutung

Abbildung rechts:

Gehirn mit Blutung


Hauptursache für eine Blutung ist das Einreißen eines brüchig gewordenen Blutgefäßes. In selteneren Fällen kann eine Gefäßfehlbildung vorliegen.

Aber warum entstehen überhaupt die Butgerinnsel? Und wie kann dein Blutgefäß plötzlich einreißen? Die Ursache liegt meist in einer Arteriosklerose.

Die Ursache liegt wie bereits beschrieben meist in einer Arteriosklerose.

Alles was die Entwicklung einer Arteriosklerose fördert, fördert also auch die Entstehung eines Schlaganfalls. Wir nennen solche schädlichen Einflüsse "Risikofaktoren".

Darüber hinaus gibt es auch Umstände, die unabhängig von einer Arteriosklerose ein erhöhtes Risiko für den Schlaganfall bedeuten. Dies sind bestimmte Herzerkrankungen, wie z.B. Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen. Auch die Empfängnisverhütung mit der "Pille" bringt ein erhöhtes Schlaganfallrisiko mit sich. Dabei stärker gefährdet: Frauen, die rauchen, übergewichtig sind oder an einer Migräne leiden.

Jeder Risikofaktor brint für sich schon ein höheres Risiko für den Schlaganfall. Kommen mehrere zusammen, steigt das Risiko nochmals stark an.

Bestimmte Faktoren sind nicht zu beeinflussen, wie Alter, Geschlecht (Männer sind häufiger betroffen) oder Veranlagung. Andere glücklicherweise sehr wohl. Hier sind sie: Bluthochdruck, Rauchen, erhöhtes Cholesterin, Falsche Ernährung, Diabetes, übermäßiger Alkoholkonsum, Stress, Bewegungsmangel und Übergewicht.

Was man gegen den Schlaganfall tun kann

Die beste Maßnahme gegen den Schlaganfall: die Vorbeugung.

In der Behandlung des Schlaganfalls sind große Fortschritte erzielt worden. Dennoch: schwere Verläufe und bleibende Behinderungen sind vielfach noch nicht zu verhindern. Die beste Strategie gegen den Schlaganfall lautet daher nach wie vor: Es gar nicht erst dazu kommen lassen!

Dafür müssen vorhandene Risikofaktoren erkannt und konsequent bekämpft werden. Zusätzlich stehen dem Arzt verschieden Medikamente zur Verfügung, die er je nach Lage der Dinge einsetzen kann, um einen ersten oder einen weiteren Schlaganfall zu verhüten.

Konsequente Bekämpfung der Risikofaktoren mindert auch die Gefahr eines Herzinfarkts.

Hier können sie selbst am meisten für sich tun. Und alle erzielten Erfolge lohnen in mehrfacher Hinsicht: Sie senken nicht nur das Risiko für einen Schlaganfall, sondern auch für einen Herzinfarkt oder andere gefäßbedingte Krankheiten.

Was Sie gegen die jeweiligen Risikofaktoren unternehmen können, finden Sie in der Rubrik Risikofaktoren.

Medikamente

Thrombozytenfunktionshemmer

Erinnern Sie sich an das Blutgerinnsel, das sich in einer arteriosklerotisch veränderten Arterie bilden kann? Genau hier setzen Substanzen an, die als Thrombozytenfunktionshemmer bezeichnet werden.

An der Entstehung eines Blutgerinnsels (Thrombus) sind die Blutplättchen (Thrombozyten) maßgeblich beteiligt. Sie sind spezialisierte Blutzellen, die eine Verletzung des Gefäßes erkennen und sofort versuchen, die betroffene Stelle abzudichten. Und das ist auch gut so, da sonst selbst kleine Wunden gefährlich werden könnten.

Bei der Arteriosklerose liegt der Fall ein wenig anders: hier bildet sich das Gerinnsel ja unerwünschterweise in der Arterie und verschließt sie im schlimmsten Fall. Und das gilt es natürlich zu verhindern.

Thrombozytenfunktionshemmer wirken auf die Blutplättchen und beeinflussen sie so, dass die Gefahr der Gerinnselbildung (Verklumpung) deutlich vermindert wird. Und damit das Risiko für einen Herzinfarkt. Die normale Blutstillung, die wir ja weiter brauchen, bleibt weitgehend erhalten.

Eine Substanz aus dieser Gruppe ist Ihnen wahrscheinlich bekannt: die Azetylsalizylsäure (ASS). Eine neuere Entwicklung ist das Clopidogrel (Iscover®, Plavix®).

Wie schon gesagt, kann die weitere Entwicklung einer Arteriosklerose zwar verlangsamt werden. Die vorhandenen Schäden bilden sich aber wohl nicht mehr zurück. So bleibt ein Risiko bestehen. Die Behandlung muss daher auf Dauer fortgeführt werden.

Gerinnungshemmer

Bestimmte Formen der Blutgerinnsel lassen sich besser mit Substanzen verhindern, die nicht auf die Blutplättchen wirken, sondern die Gerinnungsfähigkeit des Blutes auf andere Weise herabsetzen. Man nennt sie auch "Gerinnungshemmer" oder "Antikoagulantien".

Sie werden meist nur dann eingesetzt, wenn die Gefahr einer Gerinnselbildung im Herzen besteht - wie bei bestimmten Herzrhythmusstörungen, nach einem sehr großen Herzinfarkt oder nach Herzoperationen.

Operative Verfahren - Entfernung eines arteriosklerotischen Polsters

In manchen Fällen kommt auch ein verahren in Betracht, mit dem eine hochgradige Verengung eines Hirngefäßes beseitigt wird. Dabei wird ein Katheter an die Engstelle vorgeschoben und die arteriosklerotische Verengung entfernt. In der medizinischen Fachsprache heißt diese Methode "Endarterektomie".

Was kann ich sonst noch tun?

Arbeiten Sie mit Ihrem Arzt zusammen. Ändern Sie nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt Ihre Medikamente. Und scheuen Sie sich nicht, noch einmal nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.

Warnsignale: Wenn sich ein Schlaganfall ankündigt

Es stimmt nicht, dass der Schlaganfall immer wie ein Blitz aus heiterm Himmel kommt. Vielfach kündigt er sich durch Warnsignale an. In diesen Fällen hat ein Blutgerinnsel nur vorübergehend ein Blutgefäß verschlossen und sich dann wieder von selbst aufgelöst. Die Samptome dauern meist nur wenige Sekunden oder Minuten. In der Fachsprache nennt man dies eine "Transitorische Ischämische Attacke" kurz TIA. Im Süddeutschen Sprachraum wird oft auch von ienm "Schlägle" gesprochen.

Warnsignale ernst nehmen! Sofort den Arzt aufsuchen!

Bildnachweis:

Für das zur Verfügung gestellte Bild (urheberrechtlich geschützt) des Modell HS 10 bedanken wir uns bei Marcus Sommer Somso Modelle, Inhaber Hans Sommer recht herzlich!