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An der gesundheitsschädigenden Wirkungen des Tabakrauchens kann heute nicht mehr gezweifelt werden. Man schätzt die Zahl der "Tabaktoten" auf weltweit mindestens drei Millionen pro Jahr. Raucher sterben sehr viel häufiger an Lungen- und Bronchialkrebs. Sie bekommen sehr viel häufiger eine Verschlusskrankheit der Gliedmaßen-Schlagadern (Raucherbein) und vor allem eine koronare Herzerkrankung bzw. Herzinfarkte und auch vermehrt Schlaganfälle.
Eine Vielzahl von Untersuchungen hat gezeigt, daß zwischen der Intensität des Zigarettenrauchens und der Häufigkeit einer koronaren Herzerkrankung eine engen Korrelation besteht. Es gibt auch genügend gesicherte Untersuchungen dafür, daß das Einstellen des Zigarettenrauchens im Sinne der Vorbeugung zu einer erheblich niedrigeren Krankheits- und Sterblichkeitsrate an koronarer Herzerkrankung führt. Auch Koronarpatienten, die nach einem erlittenen Herzinfarkt das Rauchen einstellen, haben ein um 21 - 50 % vermindertes Risiko, einen erneuten Herzinfarkt bzw. einen plötzlichen Herztod zu erleiden, als Patienten, die weiter rauchen.
Wie der im Volksmund oft benutzte Name "Raucherbein" schon sagt, ist Rauchen für das Auftreten und für die Progression der Arteriosklerose im Rahmen einer peripheren Verschlusskrankheit der Risikofaktor No.1. Die Framingham-Studie zeigt bei starken Rauchern (über 20 Zigaretten pro Tag) eine vierfache Häufung des intermittierenden Hinkens (Claudicatio intermittens), einer klassischen Manifestationsform der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.
Man schätzt heute, daß 40% der Herz-Kreislauf-Todesfälle durch das Rauchen zumindest mitverursacht werden. Zigarettenraucher haben nachweislich ein doppeltes Risiko für eine koronare Herzerkrankung und ein bis zu vierfach erhöhtes Risiko, am plötzlichen Herztod zu sterben.
Auch das Passivrauchen ist erwiesenermaßen gesundheitsschädigend und erhöht insbesondere das Herzinfarktrisiko. Die Amerikanische Herzgesellschaft (American Heart Association) vermutet, daß in den USA pro Jahr 40.000 Herztodesfälle nur infolge des Passivrauchens auftreten. Dies hat dazu geführt, dass die amerikanischen Bundesbehörden noch aggressiver gegen das Passivrauchen in der Vereinigten Staaten vorgegangen sind.
Eine regelmäßige Rauchexposition z.B. sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause, erhöht in einer amerikanischen Studie das Infarktrisiko sogar um 91 %.
Faktoren, die beim Raucher zu einer vorzeitigen und schnellen Arteriosklerose führen
Welche Inhaltsstoffe der Zigaretten die Gefäßschädigungen letzendlich bewirken, ist noch nicht sicher erkannt.
Anders als in den USA und in Kanada ist in Deutschland der Schutz vor unfreiwilligem Passivrauchen nicht gegeben. Mehrere Nichtraucherschutzgesellschaften sind gescheitert. Dabei muß man wissen, daß die Steuereinnahmen durch Zigarettenkonsum in Deutschland auf 20 Milliarden DM (72 % Steueranteil beim Kauf einer Schachtel Zigaretten) beträgt. Dies verhindert offenbar eine rigorose Gesetzgebung zur Eindämmung des Nikotinabusus.
Ist Pfeifen- und Zigarrenrauchen genauso schädlich wie Zigarettenrauchen?
Die Herzinfarktgefährdung ist bemerkenswerterweise bei Zigarren- und Pfeifenrauchern nicht größer als bei Nichtrauchern. Vermutlich beruht dies auf der Tatsache, daß diese Raucher nicht inhalieren.
Wenn allerding Zigarettenraucher auf Pfeife oder Zigarre bzw. Zigarillo "umsteigen", so besteht die Gefahr, daß sie nach wie vor inhalieren und dann verwischen sich die genannten Unterschiede. Umsteiger haben also das gleiche Risiko wie Zigarettenraucher. Dies ist zumindest für das Herzinfarktrisiko bewiesen.
Wir haben noch keine Hinweise darauf, daß Filterzigaretten weniger gefährlich sind. Auch bei nikotinarmen Zigaretten besteht die Gefahr, daß der Gewohnheitsraucher einfach mehr raucht, um sich zu stimulieren. Die Folge ist natürlich auch, daß sich diese Umsteiger damit verstärkt anderen Schadstoffen aussetzen. Am ehesten profitieren mäßig starke Raucher von der "leichten Zigarette". Es gilt aber als sicher, daß es den mündigen Raucher nicht gibt. Wer leichte Zigaretten raucht, raucht eben häufig mehr.
Jedenfalls beschleunigt fortgesetztes Rauchen nach der Diagnose einer arteriellen Verschlusskrankheit den Krankheitsprozess. Raucher haben ein deutlich höheres Amputationsrisiko als Nichtraucher. Interessanterweise haben auch Raucher nach der Eröffnung eines Blutgefäßes z.B. mit Kathetermethoden, eine deutlich schlechtere Prognose bezüglich einer erneuten Thrombose als Nichtraucher.
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