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Kurz notiert

Blutersatzmittel Hydroxylethylstärke kann Juckreiz verursachen:

Hydroxylethylstärke-Infusionen werden regelmäßig in der Notfallmedizin bei Blutverlusten aber auch zu einer Infusionsbehandlung bei Durchblutungsstörungen verwendet. Vor allen Dingen bei Patienten mit Tinnitus - hier vermutet man eine Innenohrdurchblutungsstörung - werden Hydroxylethylstärke-Infusionen durchgeführt. Seit längerer Zeit wurde immer wieder beobachtet, dass bei einigen Patienten ein lästiges Hautjucken auftrat. Jetzt wurde in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift über eine Studie aus Wien berichtet. Insgesamt wurde das Schicksal von 115 Patienten, die entweder mit Hydroxylethylstärke oder mit ebenfalls als Plasmaersatzmittel eingesetzten Dextran behandelt wurden, wissenschaftlich untersucht. Bei mehr als der Hälfte der 93 mit Hydroxylethylstärke behandelten Patienten trat ein starker Juckreiz auf. Am häufigsten traten die Beschwerden innerhalb von vier Wochen nach der letzten Infusion auf. Die Beschwerden klangen durchschnittlich erst nach 15 Monaten ab. Die Untersuchung von Hautproben ergab, dass sich die Hydroxylethylstärke in den sogenannten "Fresszellen" anreicherte. Das Medikament lagerte sich insgesamt nicht nur in der Haut, sondern auch im Nervengewebe ab. Die Studie hat auch gezeigt, dass sich bei der Behandlung des durch Hydroxylethylstärke verursachten Hautjuckens die üblicherweise verwendeten Medikamente gegen Juckreiz als unwirksam erwiesen haben (Salben und Tabletten mit Cortison oder Hemmstoffen des Gewebehormons Histamin). Eine Besserung lies sich lediglich mit lokalen Betäubungsmitteln erreichen.

Jeder zweite Diabetiker hat Potenzstörungen

Die Zuckerkrankheit zählt zu den wichtigsten organischen Ursachen der erektilen Impotenz. Neuere Untersuchungen zeigen, daß etwa 45 % aller Männer mit Diabetes mellitus, die älter als 59 Jahre sind, gleichzeitig eine erektile Potenzstörung haben. Prof. Dan Ziegler vom Diabetes-Institut der Universität Düsseldorf berichtete über diese Zahlen auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Urologen. Die wesentlichen Risikofaktoren für eine Impotenz bei Diabetikern sind neben der Gesamt-Krankheitsdauer vor allem eine schlechte Einstellung des Blutzuckers, das Vorhandensein von Komplikationen der Zuckerkrankheit sowie das Zigarettenrauchen. Prof. Ziegler wiess insbesondere darauf hin, daß die Ärzte dieses Problem von sich aus ansprechen müssen. Der Patient ist oft zu scheu, als daß er seinem betreuenden Arzt zu diesem Thema anspricht bzw. befragt. Prof. Ziegler empfiehlt auch, die Sexualpartner zu befragen. Er betont, daß vor allen Dingen die psychologische Betreuung einen enorm hohen Stellenwert hat, da fast alle Männer mit einer erektilen Impotenz mit der im Vordergrund stehenden organischen Ursache, oft auch im Verborgenen, psychische Probleme aufweisen. Viagra® ist ein effektives Medikament zur Therapie der erektilen Dysfunktion bei Diabetikern. Die Therapie mit Viagra® verbessert die erektile Dysfunktion bei 57-65 % der zuckerkranken Patienten. Ähnlich effektiv sind die konkurierenden Verfahren der Verabreichung von Alprostadil® (Prostaglandin E1) in die Harnröhre sowie die Injektion des Medikamentes in den Penis (sogenannte SCAT-Therapie). Die beiden letztgenannten Therapieformen sind für den Patienten aber deutlich unangenehmer und verursachen lokale Begleiterscheinungen. Es kommt vielfach zu Penisschmerzen und lokalen Blutungen in die Harnröhre. Bei der Anwendung von Viagra® kommt es in 16 % der Anwender zu Kopfschmerzen, eine Rotfärbung des Kopfes ("Flash-Phänomen") und bei einigen Patienten zu Magen-Darm-Beschwerden. Wichtig ist, daß bei einer Viagra®-Einnahme gleichzeitig keine Nitrattherapie erfolgen darf.

Vitamintabletten schützen nicht vor dem Schlaganfall

Die Einnahme von hochdosierten antioxidativen Vitaminen (Vitamin E, Vitamin C und Beta-Karotin) vermindert nicht das Schlaganfallrisiko. Bei 43.738 Männer (Alter 40 - 75 Jahre) wurden in acht Jahren 328 Schlaganfälle dokumentiert, davon 210 bedingt durch eine Durchblutungsnot (ischämisch), 70 durch eine Blutung und 28 Schlaganfälle konnten in ihrer Ursache nicht näher charakterisiert werden. Im Anschluss daran wurde mit einem Fragebogen untersucht, wer von den Patienten Vitamine eingenommen hat.
In dieser amerikanischen Untersuchung ergaben sich keine Hinweise dafür, dass eine hochdosierte Zufuhr von Vitamin E, Vitamin C oder Beta-Karotin das Schlaganfall-Risiko vermindert. Dies gilt natürlich nur für die Tablettenform. Es gibt keinen Zweifel darüber, dass ein hoher Konsum von Obst und Gemüse vor Schlaganfällen schützt. Neben den antioxidativen Eigenschaften von Obst, kommt auch noch der Kaliumgehalt als günstige Auswirkung hinzu.

Fleisch schützt offenbar vor Herzinfarkt:

Eine hohe Eiweißzufuhr in der Nahrung - auch von tierischem Eiweiß - kann offenbar das Herzinfarktrisiko senken. Das ist ein Teilergebnis der neuesten Auswertung der Nursey-Health-Study, die im renomierten "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlicht wurde. An der Harvard-Universität in Boston (USA) hatte man bei 80 Tausend Frauen im mittleren Alter über einen Beobachtungszeitraum von 14 Jahren, den Zusammenhang zwischen Eiweißkonsum und Herzinfarkt untersucht. Bei dieser Erhebung wurden alle wichtigen medizinischen und ernährungsbedingen Einfluss- bzw. Störvariablen genau berücksichtigt. Frauen, die hohe Eiweißmengen in ihrer Kost bevorzugten, führten auch gleichzeitig etwas mehr Fett, mehr gesättigte Fettsäuren, mehr Cholesterin, aber weniger Kohlenhydrate und Alkohol zu, als diejenigen mit niedrigem Eiweißkonsum. Erstaunlicherweise hatten die Krankenschwestern, die eine sehr hohe Eiweißzufuhr hatten, ein um 26 % gesenktes Herzinfarktrisiko im Vergleich zu Frauen, deren Eiweißzufuhr im Mittel bei 15 % der Kalorien lag. Das Ergebnis dieser Studie steht natürlich im krassen Gegensatz zu den gängigen Ernährungsempfehlungen. So empfiehlt die deutsche Gesellschaft für Ernährung seit vielen Jahren nur zwei bis drei Fleischmahlzeiten pro Woche einzunehmen. "Offenbar kann eine hohe Zufuhr von Eiweiß in Form von Fleisch, Geflügel, Milchprodukten, Eiern und Fisch nicht länger als "Risikofaktor" für die Gesundheit gelten", schlußfolgert Dr. Nikolai Worm in einer Interpretation der Daten in der Zeitschrift der KASSENARZT.

Extreme Diät schadet den Knochen:

Pathologischer Schlankheitswahn macht krank warnt der Ernährungsforscher Armin Zittermann von der Universität Bonn. Er sieht das Untergewicht als einen wesentlichen Risikofaktor für die Knochen an. Mögliche Folge: Osteoporose (Knochenschwund). In Deutschland leiden seinen Angaben nach 5 - 7 Millionen Menschen an dieser Krankheit. "Bei Untergewicht wird Muskulatur abgebaut und damit auch Knochenmasse" erklärte Zittermann. Bei jungen Frauen wirke sich zu niedriges Gewicht auch auf die Sexualhormone aus, was zu zusätzlichem Abbau von Knochenmasse führe.

Alkoholkonsum: Deutschland Spitzenreiter

In Deutschland trinken 16 % der Bevölkerung Alkohol in hochriskanten Mengen. Im Durchschnitt trinken die Deutschen jährlich 10,6 Liter reinen Alkohol. 16 % betreiben einen gesundheitsschädlichen Mißbrauch von Alkohol. Das heißt Männer trinken mehr als 40 g und Frauen mehr als 20 g reinen Alkohol täglich. Etwa 1,6 Millionen sind alkoholabhängig bzw. alkoholkrank. Die ersten Symptome eines chronischen Alkoholabusus sind zuerst körperliche Erscheinungen wie Zittern, verstärktes Schwitzen, Erweiterungen der Äderchen im Gesicht. Psychisch fallen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie Schlafstörungen auf. Oft liegt eine Persönlichkeitsveränderung schon frühzeitig vor. Vielfach kommt es zu frühen Konflikten in der Familie, mit Freunden oder am Arbeitsplatz.
Der regelmäßige Alkoholkonsum ist bei Jugendlichen in den vergangenen 20 Jahren insgesamt zurückgegangen. Das beliebteste Getränk bleibt Bier, 23 % der 12 bis 20-Jährigen trinken regelmäßig Bier. Junge Männer haben eine Vorliebe für Bier und Spitituosen und nehmen pro Woche in Deutschland 77,1 g reinen Alkohol zusich. Junge Frauen trinken häufiger Wein, ihre wöchentliche Alkoholmenge beträgt 29 g. Alkoholische Mixgetränke sind bei beiden Geschlechtern gleich beliebt. Alkoholabstinent leben nur 8 % der Jugendlichen.
Alkohol kann alle Organe schädigen. Gastroenterologische Erkrankungen sind vor allem Entzündungen der Magenschleimhaut, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse sowie Resorptionsstörungen. Ferner die sogenannte Alkoholhepatitis und die Leberzirrhose. Zunehmend erkranken Menschen auch an peripheren und zentralen Nervenstörungen (Neuropathie). Das Risiko bösartiger Erkrankungen, vor allen Dingen in der Mundhöhle, Speiseröhre und im Dickdarm steigt mit dem Alkoholkonsum an. (CD)

Anabole Steroide (Aufbaumittel) schädigen Herz und Gefäße

Doping ist nach wie vor ein heißes Thema. Insider wissen, dass Anabolika heute nicht nur von Leistungssportlern regelmäßig eingenommen werden. In vielen Fitness-Studios wird regelrecht damit gehandelt. Anabole Steroide sind weit verbreitet, leider eben auch jenseits des Leistungssports. Man muß davon ausgehen, dass jeder fünfte Freizeitsportler in Fitness-Studios Doping-Präparate konsumiert. In der Regel sind dies Anabolika. Neue Studie veröffentlich: Prof. Axel Uhrhausen, der Verbandsarzt des Deutschen Ruderverbandes und Lehrbeauftragter am Institut für Sport für Präventivmedizin der Univ. Saarbrücken, hat die chronische Gesundheitsgefährdung durch Anabolika in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse wurden im Juli 2001 veröffentlicht. Immer wieder auftretende Nebenwirkungen sind Akne, Haarverlust, Vermännlichung bei Frauen oder Gynäkomastie bei Männern. Über 50 % der Betroffenen bekommen diese Nebenwirkungen. Bei Männern wird zudem auch eine Hodenatrophie sowie eine Hemmung der Spermatogenese (Spermienbildung) beobachtet. Auch die Prostata vergrößert sich bis hin zum Prostatakrebs. Wenn Kinder und Jugendliche Anabolika einnehmen, kommt es zu einem vorzeitigen Schluß der Wachstumsfugen und die Folgen sind Kleinwuchs. Über Leberschädigungen wurde schon frühzeitig berichtet. Oft treten blutige Leberzysten auf. Auch die Gallenblase und der Gallenabfluss werden ungünstig beeinflusst (Cholestasen bis hin zu Gelbsucht). Im Bereich der Psyche können Anabolika zu Aggressionsschüben führen. Einzelne Studien haben eine erhöhte Risikobereitschaft bei Probanten aufgezeigt; so wurde beispielsweise häufigeres Fahren ohne Gurt, Geschlechtsverkehr ohne Kondome, etc. registriert. Der Konsum von Anabolika hat darüber hinaus ganz erhebliche Nebenwirkungen im Bereich des Herz- und Gefäßsystems. Die Blutfette verändern sich so, dass Koronargefäße und sämtliche Gefäße des Körpers geschädigt werden. Das gefäßschützende HDL-Cholesterin sinkt dramatisch ab, gleichzeitig nimmt das aggressive LDL-Cholesterin zu. Anabolika führen auch zu Gefäßkrämpfen (Spasmus der Blutgefäße), Koronarkrämpfe können zu einem plötzlichen Herztod führen. Diese Krämpfe lassen sich dann allerdings bei der Autopsie nicht mehr nachweisen. Eine weitere gravierende Nebenwirkung am Herzen ist die sogenannte linksventrikuläre Hypertrophie, d.h. eine Verdickung des Herzmuskels der linken Herzkammer, die sich vor allem dadurch auszeichnet, daß Sie offenbar nicht rückbildungfähig ist (beispielsweise im Gegensatz zur Situation nach der Behandlung eines erhöhten Blutdrucks). Fazit: Finger weg von leistungsteigernden Anabolika in jedem Alter. Wenn diese Medikamente eingesetzt werden, dann nur auf ärztliche Anordnung und jederzeit von Ärzten kontrolliert. (CD)

Arzt als Patient

Dass Patienten auch Ärzte krank machen können, ist unter Ärzten sehr gut bekannt. Eine große belgische Umfrage zeigte jetzt, dass nur 2 % der 1500 befragten Mediziner angaben, dass sie sich wirklich gut fühlen. Fast die Hälfte der Ärzte berichtet über emotionale Erschöpfung, viele fühlen sich ausgebrannt. Die Ärzte geben als Ursache an: Probleme mit Behörden, übersteigerte Bürokratie und zu anspruchsvolle Patienten.

Beta-Carotin nutzlos und schädlich

Vor kurzem warnte das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz (BgVV) vor den möglichen Gesundheitsschäden durch Multivitaminpräparate und -getränke, die mit hohen Dosen Beta-Carotin angereichert sind. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Beta-Carotin als Nahrungszusatz keine präventive (schützende) Wirkung hat. Vier große klinische Untersuchungen haben untersucht, ob hinsichtlich des Dickdarmkrebses, des Herzinfarktes bzw. der Gesamtsterblichkeit positive Langzeitwirkungen von Beta-Carotin vorliegen. Das Ergebnis war ernüchternd. Es gibt keinen günstigen Effekt.
In zwei Untersuchungen ist sogar eine negative Wirkung von Beta-Carotin gezeigt worde. Tagesdosen von 20 - 30 mg Beta-Carotin begünstigen bei starken Rauchern offensichtlich sogar die Entwicklung eines Bronchialkarzinoms. Dies bedeutet, dass man bei Rauchern von einem erhöhten Krebsrisiko unter einer Beta-Carotin Zusatztherapie rechnen muß. Es gibt allerdings keine Hinweise dafür, dass der natürliche Gehalt an Beta-Carotin in Pflanzen für den Menschen schädlich ist. Gemüse und Obst kann man selbstverständlich in großen Mengen zu sich nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die Aufnahme von 2-4 mg Beta-Carotin mit der Nahrung täglich. Um dies zu erreichen muß man schon sehr viel Gemüse zu sich nehmen.
Vitamin A ist heute kein Mangelvitamin mehr. Wir essen genügend tierische Produkte. (CD)

Jugendliche und Drogen

Die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung hat vor kurzem neue Zahlen zum Genuss von ilegale Drogen gemacht: 27 % der Jugendlichen haben In Deutschland Erfahrungen mit ilegalen Drogen, 22 % Rauchen ständig, 15 % gelegentlich und 30 % trinken regelmäßig - d.h. mindestens einmal in der Woche - Alkohol.
Die Untersuchungen wurden an jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 12 bis 25 Jahren von der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung durchgeführt. Erste Drogenerfahrungen machen die meisten Jugendlichen mit Cannabis (Haschisch, Marihuana). Es besteht seit Jahren ein Trend, daß diese Drogenerfahrungen früher gemacht werden. Das Durchschnittsalter des ersten Drogenkonsums gehen seit 1993 um 1 Jahr auf 16,5 Jahre zurück. Insgesamt haben 26 % der Jugendlichen schon einmal Cannabis genommen. 4 % Ecstasy, 3 % Aufputschmittel und Speed (Amphitamine), 2 % LSD, 2 % Kokain und 1 % Schnüffelstoffe. Heroin- und Crack-Konsum geben weniger als 0,5 % an, 3 % nennen andere Drogen oder Rauschmittel.

Rauchen

Mit dem Rauchen beginnen Jugendliche im durchschnittlichen Alter von 13,6 Jahren. Die Raucherquote ist allenfalls leicht zurückgegangen. Der Anteil derjenigen, die sich aber entscheiden, nicht zu rauchen, hat sich deutlich erhöht. Andererseits werden immer weniger Jugendliche mit steigendem Alter beständige Raucher. Leider werden Raucher immer häufiger zu starken Rauchern (täglich 20 Zigaretten oder mehr). von den 12 bis 13-Jährigen rauchen 10 %, von den 20 bis 21-Jährigen sind es 48 %, danach geht der Raucheranteil leicht zurück. (CD)

Der "Eiscreme-Kopfschmerz"

Wer hat dieses Schmerzsyndrom nicht selbst schon mal erlebt? Nach dem Genuss eiskalter Speisen oder Getränke kommt es nicht selten zu wenige Minuten dauernden, stechenden Schmerzen in der Stirnmitte. Eine neue Studie, die Forscher an der TU München durchgeführt haben, hat jetzt gezeigt, daß bis zu 40 % der Bevölkerung an diesem Syndrom leidet. Migräne-Patienten sind häufiger betroffen, als Vergleichspersonen. Ursächlich ist für diese Schmerzproblematik eine Reizung des Nervus trigeminus verantwortlich. Auch ein Kältereiz am hinteren Gaumen oder Rachen kann ein Krampf in dem Blutgefäßen auslösen und so zu einer Minderdurchblutung des Trigeminusnervs führen. Betroffene Patienten können aber ganz beruhigt sein. Die Schmerzen können zwar unangenehm sein, gefährlich ist diese Problematik aber nicht. (CD)

Frauenspezifische Krankheiten?

Es ist bekannt, dass Frauen weniger trinken und auch weniger rauchen als Männer. Dafür sind sie bei der Einnahme von Medikamenten den Männern überlegen. Sie nehmen mehr Beruhigungsmittel, mehr Schlafmittel, häufiger Antidepressiva, mehr Schmerzmittel und sehr häufig eben auch Medikamente zur Gewichtsreduktion. Jetzt wurde der erste Frauengesundheitsbericht vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorgestellt. Die Ministerin, Frau Christine Bergmann mahnte an, dass dringend eine Neuorientierung im Gesundheitswesen notwendig sei, die dem geschlechtsspezifischen Unterschied Rechnung trägt.
Die Untersuchung zeigte unter anderem, dass 1995 etwa jeder dritte Mann, aber nur jede fünfte Frau rauchte (Alter über 15 Jahre). Beängstigend ist allerdings, dass der Anteil der rauchenden Frauen ständig zunimmt. Erschreckend sei, dass das Einstiegsalter weiter sinkt. Das Rauchen ist offenbar auf Sozialfaktoren zurückzuführen. Der Bericht zeigt, dass Ess-Störungen und Medikamentensucht durch Rollenklischees hervorgerufen werden. Fast 60 % der Mädchen im Alter zwischen 11 und 13 Jahren hat bereits eine Diät hinter sich. Die Zahl der Abtreibungen liegt seit 1995 etwa bei 130.000 pro Jahr. Schwangerschaftsunterbrechungen werden vor allem von kinderlosen unverheirateten Frauen sowie von älteren verheirateten Frauen mit mehreren Kindern vorgenommen. Mit 77 Abbrüchen je 10.000 Frauen liegt Deutschland im europäischen Vergleich im unteren Bereich. (CD)

Bis ins hohe Alter gesund?

Viele Menschen schätzen ihren zukünftigen Gesundheitsstatus optimistischer ein, als er wirklich ist. Das Britische Forschungsinstitut "MORI" hat jetzt die Ergbnisse einer Studie an 2000 Briten veröffentlicht. Zwei von drei Befragten sind der Auffassung, daß sie im Alter auch noch fit und gesund sind. Tatsächlich leiden aber 2/3 der Menschen im Alter über 75 Jahren an chronischen Krankheiten.

Venenleiden: Tipps zur Kompressionstherapie

Für Patienten mit Erkrankungen des Venensystems hat die Firma Hartmann aus Heidenheim die Broschüre "Ratschläge zur Kompressionstherapie bei Venenleiden" herausgebracht. Der Ratgeber informiert umfassend über das Entstehen der Gefäßerkrankung und die Wirkung von Kompressionsverbänden. Darüber hienaus werden nützliche und allegemeine Tips zum korrekten Anlegen eines Kompressionsverbandes gegeben. Wissenswertes über Kompressionsbinden komplettieren die Information. Die Broschüre kann kostenlos angefordert werden bei der Paul Hartmann AG, Customer-Service, Postfach 14 20, 89504 Heidenheim, Tel. 01 80 / 2 304 2 75 (CD)

Helfen Östrogene gegen Alzheimer?

Die weiblichen Sexualhormone haben manigfaltige Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem, für den Knochenbau und das Nervensystem. Im Moment werden die Auswirkungen von Östrogenen auf die Alzheimersche Erkrankung von vielen Forschergruppen untersucht.
Nach wie vor ist die Alzheimer'sche Krankheit (Alzheimer Demenz AD) unheilbar. Diese Erkrankung ist durch einen fortschreitenden Verlust der kognitiven Leistungen gekennzeichnet. Die betroffenen Patienten verlieren ihr Gedächtnis und ihre Erinnerung. Ein medikamentöser Durchbruch in der Behandlung der Demenz ist noch nicht gelungen. Verschiedene antientzündliche Medikamente wurden getestet. Ferner Antioxidanzien (insbesondere Vitamine). Mehrere Untersuchungen haben gezeigt, dass auch weibliche Sexualhormone die Entwicklung und das Fortschreiten der Erkrankung offenbar günstig beeinflussen können. Östrogen ist nicht nur ein Sexualhormon, es ist darüber hinaus ein schützendes Neurohormon. Beim Menschen verbessern Östrogene kognitive Leistungen, wie Gedächtnis und Erinnerung. Bekanntlich wurde auch ein positiver Einfluß einer Hormonersatztherapie bezüglich der Verhinderung der Alzheimer-Krankheit gezeigt. Es konnte bislang allerdings nicht gezeigt werden, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen als Medikament zur Behandlung einer bereits vorliegenden Alzheimer Erkrankung eingesetzt werden kann. Im Jahre 2000 wurden zwei Therapiestudien aus den USA vorgestellt, die beide einen negativen Ausgang hatten. Bei Frauen, die eine schwach ausgeprägte Alzheimersche Erkrankung hatten und mit Östrogenen behandelt wurden, trat weder eine Verbesserung der typischen Alzheimer-Symptome, noch eine Verlangsamung des Verlustes der kognitiven Leistungen (Gedächtnis und Erinnerung) ein. Fazit: Weibliche Geschlechtshormone können präventiv einen günstigen Einfluss haben auf die Entwicklung einer Alzheimer'schen Erkrankung. Es ist aber bislang nicht gesichert, dass sie bei bestehender Erkrankung einen signifikanten therapeutischen Effekt haben. (CD)

Harte Arbeit und Übergewicht führt zu Hüftarthrose

Wesentliche Risikofaktoren für die "künstliche Hüfte" sind harte körperliche Arbeit und Übergewicht. Dies wurde jetzt beim Europäischen Rheumatologenkongreß in Prag berichtet. Patienten, die eine Hüft-Endoprothese bekommen haben, haben in der Vergangenheit deutlich mehr und härter körperlich gearbeitet und sie waren sehr viel häufiger übergewichtig. Dies galt für Männer und Frauen gleichermaßen. Je niedriger das Gewicht, desto unwahrscheinlicher die Notwendigkeit einer Hüftersatzoperation.

Hungern bremst Altern

Das menschliche Genom ist daraufhin ausgerichtet, dass Frauen 115 und Männer 106 Jahre alt werden können. US Forscher sind zuversichtlich, den Alterungsprozess in einigen Jahren über ein neuentdecktes Gen bremsen zu können. Solange dies genetisch nicht möglich ist, kann man ähnliche Effekte auch auf ganz "natürliche Weise" erreichen. Das einfache Rezept heißt "Hungern". Es ist als erwiesen anzusehen, dass eine Reduktion der Kalorienzufuhr eine Verlängerung des Lebens und einen Aufschub der Alterungssymptome bei allen Säugetiere, einschließlich dem Menschen, mit sich bringt. Jetzt entdeckten US Forscher bei der Hefe, die in vielen Bereichen einen ähnlichen Stoffwechsel hat, die einflußreiche Rolle des Gens SIR-2 und seines Eiweißes (Proteins). Je höher die SIR-2-Werte in der Zelle sind, desto besser sind die Chancen für ein langes Leben. Dies berichtet Leonard Guarente vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (MIT). Hungern aber sei ein entscheidender Faktor für hohe SIR-2-Werte. Die Forscher bemühen sich derzeit Medikamente zu entwickeln, die den SIR-2-Prozess unterstützen und die Effekte der Kalorienreduktion liefern kann, ohne dass gehungert werden muß. (CD)

In welchem Alter schützt Alkohol vor Herz- und Gefäßkrankheiten?

Alkohol scheint offenbar nur einen ganz geringradigen schützenden Effekt vor Herz- und Gefäßkrankheiten zu haben. Dieser Effekt tritt auch erst bei Männern nach dem 55. und bei Frauen nach dem 65. Lebensjahr richtig auf. Dies haben jetzt Britische Forscher beim Vergleich von Todesursachenstatistik und Alkoholkonsum in England und Wales zwischen 1996 und 1998 entdeckt. Die generelle Empfehlung von Alkohol zum Schutz vor Herzinfarkt ist also auch in statistischer Hinsicht nicht empfehlenswert. (CD)

Körperliche Bewegung hält potent

BOSTON - Körperliche Aktivität ist auch gut für das Sexualleben. Wer täglich - am Besten durch Ausdauerbelastung - mindestens 200 kcal verbrennt, senkt sein Impotenzrisiko selbst wenn er erst im mittleren Lebensalter mit dem körperlichen Training beginnt. Dies ergab jetzt eine US-Studie an 600 Männern. Dagegen wirken sich die Risikofaktoren Rauchen, Übergewicht und Trinken als äußerst negativ aus . Sie werden in einer Pressemitteilung der Boston University als "Sexkiller" beschrieben. (CD)

Migräne/Akutbehandlung: Altbewärtes Thomapyrin® in den USA Mittel der ersten Wahl

Die Amerikanische Konsensusgruppe "US Headache Consortium" hat das Medikament Excedrin im Stufenplan der Behandlungsmöglichkeiten der akuten Migräne vorrangig mit aufgenommen. Die Zusammensetzung dieses Medikamentes entspricht dem deutschen Präparat Thomapyrin®.
Das Medikament enthält eine fixe Kombination von Paracetamol, Azetylsalizylsäure und Koffein. Die Amerikanische Expertengruppe empfiehlt diese Zusammensetzung als Medikamente der ersten Wahl in Verbindung mit der gleichzeitigen Gabe von Paspertin® oder NCP. Bekanntlich ist die Beweglichkeit und damit die Verdauung im Magen im akuten Migräneanfall deutlich beeinträchtigt.
Die Amerikanische Migräne-Expertengruppe hält folgende Ziele bei der Behandlung der akuten Migräne für vorrangig:

  • Ein schneller und wirkungsvoller Behandlungserfolg
  • Rasche Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit der betroffenen Patienten
  • Verringerung der Anzahl der Migräneattacken
  • Optimierung der Selbstbehandlung
  • Kosteneffektivität der Maßnahmen
  • Geringe Nebenwirkungsrate

Das US-Headache Consortium ist eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Amerikanischen Neurologischen Gesellschaft. Die Experten selbst stammen aus verschiedenen anderen Arbeitsgruppen, wie der Amerikanischen Kopfschmerzgesellschaft, sowie der Nationalen Kopfschmerzstiftung. (CD)

20 neue Herzgruppen

Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) hat zusammen mit der Firma Schwarz Pharma Deutschland GmbH einen Großaufruf gestartet zur Gründung neuer Herzgruppen. Das Ergebnis: In den vergangenen 6 Monaten sind 20 Herzgruppen in Deutschland neu gegründet worden. Nach wie vor fehlen aber Herzgruppen zur flächendeckenden Versorgung der deutschen Patienten. Herzgruppen sind für die betroffenen Patienten zu einer wichtigen Hilfestellung geworden. (CD)

Östrogenpflaster wirken blutdrucksenkend

Im Gegensatz zu Östrogentabletten führt Östrogenpflaster zu einer deutlichen Senkung des Blutdrucks und auch zu einer Dämpfung des sympathischen Nervensystems bei Frauen in der Postmenopause. Dies hat eine neue Untersuchung am University South Western Medical Center in Dallas/USA ergeben, wie die Pressestelle der dortigen Universität mitteilt. Bekanntlich ist für Frauen nach der Menopause eine Hormonersatztherapie sinnvoll. Sie schützt vor zu schnellem Knochenverlust und senkt das Herz-Kreislauf-Risiko. Wahrscheinlich wirkt sich die Hormonersatztherapie auch günstig auf das zentrale Nervensystem aus. Die Ergebniss dieser Studien zeigen, daß Östrogene sich günstig auf die kognitiven Funktionen auswirken und vor der Alzheimer'schen Erkrankung schützen können. Beim Einsatz eines Hormonpflasters unterbleibt die Aufnahme des Hormons über den Magen und somit wird die erste Leberpassage umgangen. Auch in Deutschland wird die transdermale Zufuhr von Östrogenen von Ärzten und Patienten immer beliebter. Die Substanzen können als Pflaster, oder als Gel angewendet werden. Gel hat darüber hinaus den Vorteil, daß die Dosis täglich von der Patientin selbst angepasst werden kann. (CD)

Reduktion des Herzinfarktrisikos: Ideal wäre....

Die Europäischen Richtlinien zur Verhütung der koronaren Herzerkrankung sind eindeutig:

  • Einstellen des Zigarettenrauchens
  • Ernährungsumstellung
  • Deutlich mehr körperliche Aktivität
  • Gewichtsnormalisierung
  • Blutdruck unter 120/80 mmHg
  • Gesamtcholesterin unter 190 mg/dl, LDL unter 115 mg/dl sowie eine optimale Blutzuckerkontrolle

Leider haben mehrere Studien gezeigt, daß noch ein Viertel aller Patienten mit manifester koronarer Herzerkrankung raucht, ein Drittel ist deutlich übergewichtig, bei der Hälfte sind Blutdruck- und Cholesterinzielwerte nicht erreicht und die Mehrzahl der Patienten mit Zuckererkrankung sind nicht optimal eingestellt.
Was sind die Ursachen? Mangelnde Zusammenarbeit und auch mangelnde Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten, die Budgetierung der Kosten als Folge der Einsparung und dem leider sehr häufigen Verzicht notwendiger Medikamente, mangelnde Einnahmetreue von Medikamenten durch den Patienten und insbesondere eine ungenügende Bereitschaft der Patienten zur Umstellung der Lebensweise. (CD)