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getABI-Studie

Durchblutung ist Leben

Deutschland macht den Arteriencheck

Im September und Oktober 2005 hat die Deutsche Gefäßliga e.V. eine Reihe von Gesundheitstagen durchgeführt. Die Aktion "Deutschland macht den Arteriencheck" startete in den Köln Arcaden. Von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr konnten sich Interessierte über das Krankheitsbild PAVK, auch Schaufensterkrankheit genannt, und über die Risikofaktoren informieren. Es gab Vorträge von Experten, einen kostenlosen Risiko-Check sowie persönliche Beratung. Mit einer einfachen Untersuchung, eine Doppler-Untersuchung, die in jeder Hausarztpraxis durchgeführt werden kann, konnte geklärt werden, ob eine Behandlung oder vorbeugende Maßnahmen erforderlich sind.

Die seit kurzem vorliegenden 3-Jahresergebnisse der getABI-Studie (German epidemiologocal trial on Ankle Brachial Index) zeigen, dass bei fast jedem fünften Patienten in deutschen Hausarztpraxen eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), auch Schaufensterkrankheit genannt, vorliegt. Damit liegt ein stark erhöhtes Risiko vor, frühzeitig an einem Herzinfarkt zu versterben oder einen Schlaganfall zu erleiden. Kardiovaskuläre Erkrankungen, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall gehören seit Jahren zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Bei diesen Erkrankungen bilden sich in verkalkten Schlagadern (Arterien) Blutgerinnsel, die die Blutgefäße schlimmstenfalls vollständig verschließen. Geschieht dies in den Herzkranzarterien, ist ein Herzinfarkt die Folge. Geschieht der Vorgang in den hirnzuführenden Arterien (Halsschlagadern), kann ein Schlaganfall entstehen. Ein bisher weit unterschätzter Risikofaktor für diese Gefäßkomplikationen ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit, also die Durchblutungsstörung in den Becken-Bein-Arterien. Wird diese Krankheit festgestellt, hat der Hausarzt nicht nur einen Patienten mit Durchblutungsstörungen in den Beinschlagadern, sondern dieser Patient ist auch hochgradig gefährdet, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Damit ist die PAVK eindeutig eine Markerkrankung für lebensbedrohliche Ereignisse wie den Herzinfarkt und Schlaganfall.

Die Gefahr, die tatsächlich von der PAVK ausgeht, war bis vor kurzem in Deutschland nicht bekannt. Erst durch Doppler-Messung an der Fußarterie die Durchführung der getABI-Studie, die über 3 Jahre in 344 deutschen Hausarztpraxen durchgeführt wurde, liegen nun diese wichtigen Erkenntnisse vor. In der Studie wurde an 6880 älteren Patienten (mittleres Alter 72,5 Jahre) mit Hilfe eines Doppler-Ultraschall-Gerätes der Arteriendruck am Knöchel und am Oberarm gemessen und der Quotient aus diesen beiden Werten errechnet. Normalerweise entspricht der Druck in den Beinarterien beim liegenden Patienten etwa dem in den Armarterien, der Quotient liegt also bei 1. Beträgt der Druck in den Beinen weniger als 90% des Druckes in den Armen, gilt dies als starker Hinweis für eine PAVK (ABI unter 0,9).

Die Ergebnisse der getABI-Untersuchung sind alarmierend!

Die Untersuchung zeigte, dass beinahe 20% der Patienten in deutschen Hausarztpraxen einen ABI unter 0,9 haben und damit hochgradig gefährdet sind, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Die Sterblichkeit von PAVK-Patienten nach 3 Jahren ist im Vergleich zu den Patienten ohne PAVK um ca. 10% erhöht. Diese alarmierende Zahl sollte jeden Hausarzt veranlassen, bei seinen Patienten einmal jährlich diese einfache Untersuchung durchzuführen, um so rechtzeitig mit hochwirksamen Medikamenten andere Gefäßkatastrophen zu vermeiden.

Mit der Aktion "Deutschland macht den Arteriencheck&" möchte die Deutsche Gefäßliga die Hausärzte und die Bevölkerung über diese wichtigen Ergebnisse und diese einfache Untersuchung aufmerksam machen. Auch wenn es derzeit noch keine eigene Abrechnungsziffer für diese Untersuchung gibt, sollten die Hausärzte bei einer eingehenden Untersuchung ihrer Patienten ab einem Alter von 50 Jahren die ABI-Messung mit einplanen. Liegt der ABI im Normbereich, ist die Wiederholung der Untersuchung in zwei bis drei Jahre ausreichend.

Die große Resonanz bei den Aktionen in Köln, Mülheim/Ruhr, Leipzig und Ulm zeigte, dass die Bevölkerung nicht nur hochgradig interessiert ist; die Aktionen bestätigten auch die Ergebnisse der getABI-Studie, denn bei jedem Veranstaltungstag konnten einige Betroffene (ca. 10 %) heraus gefiltert werden. Die Probanden hatten zwar schon längere Zeit Probleme beim Gehen, aber weder sie, noch ihre Hausärzte hatten an eine Durchblutungsstörung in den Beinschlagadern gedacht. Weitere Aktionen, die wiederum in Kooperation mit der Firma Sanofi-Aventis durchgeführt werden, sind auch in diesem Jahr geplant. Bitte achten Sie auf die Tagespresse.

http://www.getabi.de